Die Aufgabe der Kapillarsperre besteht darin, eine Trennung zwischen deinem Gartenteich samt seiner Vegetation und der übrigen Pflanzenwelt außerhalb davon zu schaffen.
Eine Kapillarsperre am Gartenteich verhindert einen Wasserverlust, der schnell teuer werden kann.
Definition und Nutzen einer Kapillarsperre für den Teich
Bei einer Kapillarsperre im Gartenteich handelt es sich um eine Einfassung, die die Anlage komplett ummantelt.
Diese Sperre zwischen Teich und angrenzender Umgebung ist eine Saugsperre, auch Wurzelsperre genannt.
Gleichzeitig wird verhindert, dass Nährstoffe von außen in den Teich eindringen, wie es beispielsweise nach starkem Regen passieren kann.
Da der Teich komplett vom Umfeld abgetrennt wird, solltest du den Bau genau und gut planen.
Durch die klare Trennung zwischen Teichrand und Bepflanzung beziehungsweise Gartenanlage wird verhindert, dass das umgebende Erdreich Wasser aus dem Teich saugt beziehungsweise Fremdstoffe in den Teich gespült werden.
Dringen von außen Nährstoffe in den Teich ein, beeinträchtigt das die Sauerstoffversorgung des Wassers. Das kann zu erhöhtem Algenwachstum führen.
Vor allem Wurzeln der benachbarten Bodenbepflanzung saugen einem Teich ohne Kapillarsperre enorm viel Wasser ab.
Dadurch sinkt der Wasserspiegel zum Teil deutlich. An einem heißen Sommertag kann ein Gartenteich so mehrere hundert Liter Wasser verlieren, was auf Dauer erhebliche Kosten verursacht.
Ein sinkender Wasserspiegel verschlechtert außerdem die Wasserqualität und bremst die Entwicklung von Mikroorganismen.
Das wirkt sich negativ auf Teichpflanzen und tierische Wasserbewohner aus.
Eine Kapillarsperre am Gartenteich verhindert zudem, dass sich flach wurzelnde Teichpflanzen in den Landbereich ausbreiten, wo sie bei Hitze und Trockenheit nicht ausreichend mit Wasser versorgt werden. Welche Pflanzen sich für die Uferzone besonders eignen, liest du im Ratgeber Uferzone Teichpflanzen.
Mögliche Materialien für eine Kapillarsperre
Welche Form der Kapillarsperre sich eignet, hängt vom Teichumfeld ab. Eine einfache Kiesschüttung ist zum Beispiel sinnvoll für Folienteiche, die direkt an Rasen oder Pflanzbeet liegen. Ob und welcher Kies sich für deinen Teich überhaupt eignet, erklärt der Ratgeber Ist Kies im Teich sinnvoll?
Bei Terrassen oder Uferwegen kann deren Fundament bereits als Teil der Kapillarsperre dienen.
Saugsperren lassen sich auch mit Platten aus Stein, Beton oder Holz einrichten.
Darüber hinaus bietet der Fachhandel unterschiedliche Kapillarsperren in Modulform an.
Einfach zu installierende Sperren sind komplette Teichrandsysteme aus Metall, Kunststoff oder PVC-Bändern.
Wird Metall eingesetzt, handelt es sich meist um Aluminium. An diesen Teichrandsystemen ist ein Profil befestigt, das ein Einklemmen von Teichfolie, Vlies und Ufermatten ermöglicht.
Eine einfache, unkomplizierte Lösung, die keine Kapillarsperre nötig macht, ist der Einbau eines Fertigteichs mit einem hochgezogenen, meist senkrechten Rand.
Auch Bottiche, Kübel oder halbierte Fässer als Teich benötigen keine Kapillarsperre. Wie bei Fertigteichen hat das Wasser hier keinen Kontakt zu umliegendem Boden und Pflanzen.
Was spricht für ein Aluminium-Profil als Kapillarsperre?
Eine Kapillarsperre aus Aluminium ist sehr langlebig und hat eine hohe Haltfestigkeit, wodurch sie Druck durch Wurzeln gut standhält.
Ein Aluminium-Profil ist relativ biegsam, lässt sich damit sicher mit Teichfolie und Vlies verbinden und bietet dennoch etwas Spielraum für Bewegungen von Vlies und Folie.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Erdanker tiefer liegen und dadurch später nicht sichtbar sind. Dafür ist ein Profil aus Aluminium meist teurer als ein Kunststoff-Profil.
Kunststoff-Profile sind gut verlegbar
Ein Profil aus Kunststoff funktioniert genauso wie eines aus Aluminium, ist aber meist günstiger.
Neben der guten Verlegbarkeit sitzen auch hier Vlies und Folie für einen sauberen Abschluss am Teichrand fest im Profil.
Die durchschnittliche Haltbarkeit liegt bei bis zu zehn Jahren, wobei günstigere Produkte schneller porös werden können.
Außerdem kann Hitze den Kunststoff ausdehnen und den festen Halt beeinträchtigen. Die Haltbarkeit ist damit etwas eingeschränkt.
PVC-Band als günstige Alternative
Die preiswerteste Variante, ein fertiges Teichrandsystem einzubauen, sind Bänder aus PVC. Du kannst sie sehr flexibel und schnell anlegen, sie haben allerdings kein Profil zum Einstecken oder Befestigen von Folie, Vlies oder Ufermatten.
PVC-Bänder werden an Pfählen befestigt, die zunächst bündig mit dem oberen Rand abschließen, später aber sichtbare Auswuchtungen zeigen können.
Die Pfähle schlägst du im Abstand von 50 bis 60 Zentimetern rund um den Gartenteich in den Boden.
Da bei diesem System das Band an die Folie verschraubt wird, besteht die Gefahr, dass diese reißt.
Trotzdem ist diese Form der Teichrandsysteme die beste Lösung für den nachträglichen Einbau einer Kapillarsperre im Gartenteich. Teichrandsysteme gibt es in verschiedenen Längen und Größen.
Kapillarsperre verlegen: 6 Möglichkeiten
Damit dein Teich nicht an Wasser verliert, bieten sich mehrere Möglichkeiten mit unterschiedlichen Materialien an, um eine Kapillarsperre einzurichten.
Im Fachhandel gibt es beispielsweise verschiedene Teichrandsysteme als Kapillarsperre, etwa Teichrandbänder aus PVC (PondEdge Teichrand) in unterschiedlichen Längen und Bandstärken.
Wie leicht sich die Folie am Rand befestigen lässt, hängt stark von der Uferbeschaffenheit ab. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu findest du im Ratgeber Teichrand befestigen.
Du musst die Teichfolie am Rand befestigen, damit sie nicht herunterrutscht, sobald der Teich komplett mit Wasser befüllt ist. Das geschieht übrigens ganz zum Schluss, nach dem Einbau der jeweiligen Saugsperre.
Nachfolgend zeigen wir dir sechs Möglichkeiten, eine Kapillarsperre zu verlegen beziehungsweise einzubauen.
Möglichkeit 1: Eine Sperre mit Teichfolie
Üblicherweise wird die Saugsperre in einem Zug mit der Teichfolie eingebaut. Die Folie muss dabei 60 bis 80 Zentimeter über den eigentlichen Teichrand hinausragen.
Die überschüssige Folie entfernst du erst, wenn der Teich zum Schluss mit Wasser gefüllt ist. Durch den Wasserdruck wird die Folie noch ein paar Zentimeter in die Teichgrube gezogen.
Möglichkeit 2: Beton-, Holz- oder Steinplatten am Teichrand
Am einfachsten legst du die Platten aus dem gewünschten Material auf den Beton, sodass dieser nicht mehr sichtbar und vor Witterungseinflüssen geschützt ist.
Bei dieser Art kann im Prinzip kein Schmutz in den Beton eindringen, wodurch der Pflegeaufwand sehr gering bleibt.
Indem du rund um den Teich Platten positionierst und darauf die Teichfolie befestigst, ist eine Kapillarsperre zügig und ohne viel Aufwand funktionstüchtig.
Möglichkeit 3: Eine einfache Kiesschüttung
Eine Wurzelsperre mit Kiesschüttung ist von der Installation her die einfachste Bauweise und deshalb auch sehr beliebt, wenn du die Arbeiten selbst ausführen möchtest.
Für die Schüttung hebst du einen rund 20 Zentimeter tiefen und breiten Graben rund um den Gartenteich aus.
Die Folie, die du dafür bis zu 80 Zentimeter über den Teichrand überlappen lässt, legst du in diesem Graben aus.
Bei der Planung des Teichs solltest du den zusätzlichen Bedarf an Teichfolie deshalb unbedingt einkalkulieren.
Sobald der Graben mit Kies befüllt ist, ist die Sperre funktionsbereit.
Der Nachteil ist, dass sich bei dieser Art der Kapillarsperre mit der Zeit Verunreinigungen, Staub, Laub oder Erde in den Zwischenräumen absetzen.
Haben sich zu viele Fremdpartikel angesammelt, können darin mit der Zeit Pflanzen wachsen, die selbst wieder einen Kapillareffekt auslösen.
Eine Saugsperre mit Kiesschüttung bringt deshalb einen größeren Pflegeaufwand mit sich.
Möglichkeit 4: Sperre in Verbindung mit dem Uferweg
Das Anlegen eines Wegs entlang des Teichufers lässt sich sehr gut mit dem Bau einer Kapillarsperre verbinden.
Dazu hebst du wieder einen Graben um den Teich als Saugsperre aus, um die Folie darin auslegen zu können.
Der Graben wird dann nicht mit Kies, sondern mit Beton verfüllt. Der Beton dient gleichzeitig zur Befestigung der Teichfolie und als Fundament für den Uferweg.
Das Material des Plattenbelags ist beliebig, am besten eignen sich aber Betonplatten.
Ein Belag aus Betonplatten hat den Vorteil, dass er kaum gepflegt werden muss. Dafür lässt sich der Teich später nur mit erhöhtem Aufwand vergrößern.
Möglichkeit 5: Terrasse als Teil der Kapillarsperre
Den Gartenteich direkt an der Terrasse zu haben, erhöht die Aufenthaltsqualität und den Erholungsfaktor.
Von der Terrasse direkt auf den Teich zu schauen, ist nicht nur ein Genuss, du kannst die Terrasse praktischerweise auch mit der Kapillarsperre kombinieren.
Dazu baust du fast unmittelbar am Teich einen Sockel, der entlang der gesamten Terrasse führt, damit der Plattenbelag stabil ist. Hinter dem Sockel entsteht das Terrassenfundament, am besten aus Beton.
Zwischen dem ersten Sockel und den ersten Terrassenplatten muss die Teichfolie liegen.
Zur besseren Stabilität führst du die Folie zwischen Fundament und Plattenbelag noch ein Stück weiter und ziehst sie danach aus einer Fuge heraus, um sie abschließend abzuschneiden und optisch verschwinden zu lassen.
Das große Plus dieser Art der Kapillarsperre ist der geringe Pflegeaufwand und die Langlebigkeit.
Möglichkeit 6: Teichrandsysteme als unkomplizierte Sperre
Du kannst deine Kapillarsperre außerdem mit einem sogenannten Teichrandsystem anlegen.
Hierbei erfolgt die Befestigung über Uferbänder, die an Erdpfählen angebracht werden. Das Angebot im Handel ist vielfältig und deckt fast jedes Bedürfnis ab.
Ein großer Vorteil der Teichrandsysteme ist, dass Unebenheiten im Gelände damit kein Problem sind und sich unkompliziert ausgleichen lassen.
In 6 Schritten eine Kapillarsperre anlegen
Unter den vielen Möglichkeiten, eine Kapillarsperre anzulegen, ist die Kiesschüttung eine leicht umsetzbare und preiswerte Lösung.
Damit lässt sich auf einfache Weise auch ein natürlicher Teichrand herstellen, etwa als Sumpf- oder Feuchtzone für Teichpflanzen.
Schritt 1: Was ist vorab zu beachten?
Liegt der Gartenteich an einer Terrasse, deren Gefälle in Richtung Teich verläuft, ist es sinnvoll, mit einem Profilholz einen erhöhten Rand zu schaffen, über den du die Folie ziehst.
Außerdem solltest du den Gartenteich erst komplett vorbereiten und die Kapillarsperre erst ganz zum Schluss setzen.
Schritt 2: Graben ausheben
Hebe für die Kiesschüttung rund um den Gartenteich einen ungefähr 20 Zentimeter breiten und 20 Zentimeter tiefen Graben aus.
Schritt 3: Folie auslegen
Die Folie legst du jetzt sorgfältig aus, sie sollte beim Einbringen zirka 60 bis 80 Zentimeter über den eigentlichen Teichrand hinausragen.
Die Mehrmenge an Folie für die Kapillarsperre musst du bei der Planung unbedingt berücksichtigen.
Schritt 4: Teich mit Wasser befüllen
Der Gartenteich wird zunächst nur so hoch mit Wasser befüllt, dass die Tiefwasserzone gefüllt ist. Die Teichfolie passt sich dadurch dem Gelände an.
Schritt 5: Graben mit Kies auffüllen
Den kleinen Graben als Kapillarsperre füllst du nun mit Kies, Kieseln oder Steinen auf. Zur Sicherheit legst du vor dem Befüllen nochmals ein Stück Vlies im gesamten Graben aus.
Schritt 6: Kapillarsperre verstecken
Anschließend füllst du den Uferbereich bis kurz unter den oberen Rand mit Kies oder Erde auf. Dadurch entsteht ein natürlicher Teichrand mit stimmigem Gesamtbild, und die Kapillarsperre ist gleichzeitig nicht mehr zu sehen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Kapillarsperre beantwortet
Welcher ist der richtige Standort für den Gartenteich?
Die Auswahl des Standorts ist der erste Schritt bei der Planung eines Teichs im eigenen Garten.
Dabei solltest du verschiedene Faktoren berücksichtigen: Sonneneinstrahlung, Wind, Laubfall und Beschaffenheit des Bodens, damit das biologische Gleichgewicht im Teich nicht gestört wird.
Ein geeigneter Platz erspart dir später mögliche Nachbesserungen und viel Arbeit und sorgt für lang anhaltende Freude am Teich.
Kannst du eine Kapillarsperre nachträglich anlegen?
Eine Kapillarsperre lässt sich auch nach dem Bau eines Gartenteichs installieren. Dabei kommen fertige Teichrandsysteme zum Einsatz, in diesem Fall meist Teichrandbänder aus PVC, die es in verschiedenen Bandstärken und Rollenlängen gibt.
Der nachträgliche Einbau einer Saugsperre ist allerdings etwas aufwendig. Planst du den Bau eines Gartenteichs, ist es sinnvoller, die Kapillarsperre gleich zu integrieren.
Sollten Kapillarsperren im Erdreich versenkt werden?
Saugsperren müssen nicht im Erdreich versenkt werden. Sie dienen als Randerhöhung und lassen sich in ihrer Höhe variabel anbringen. Die Pfähle und Bodenanker setzt du dagegen natürlich ins Erdreich.
Was kosten Kapillarsperren?
Der Preis der Kapillarsperren hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa davon, ob du sie selbst einbaust und wie groß dein Teich ist.
Aufgrund der Vielzahl der Angebote und Ausführungen im Fachhandel lässt sich praktisch jede Preisklasse bedienen.
Wann kannst du auf eine Kapillarsperre verzichten?
Fertigteiche mit einem hochgezogenen oder senkrecht aufgebauten Rand benötigen keine zusätzliche Kapillarsperre. Man spricht dann von einem Teich ohne Kapillarsperre.
Werden Bottiche, Kübel oder halbierte Fässer als Teich verwendet, kannst du ebenfalls auf eine Kapillarsperre verzichten.
Auch hier hat das Wasser keinen Kontakt zu umliegendem Boden und Pflanzen. Bei diesen Formen übernimmt der Rand selbst die Funktion der Sperre.
Warum verliert der Teich Wasser trotz Kapillarsperre?
Trotz eingebauter Kapillarsperre oder Saugsperre kann der Gartenteich deutlich mehr Wasser verlieren, als es durch natürliche Verdunstung der Fall sein sollte.
Im schlimmsten Fall funktioniert die Saugsperre nicht, weil sie nicht fachgerecht gebaut wurde oder im Laufe der Jahre durch Witterungseinflüsse porös geworden ist.
Ist der Teich undicht, hat möglicherweise die Teichfolie ein Loch bekommen, was in seltenen Fällen passieren kann. Wie du ein Loch in der Folie zuverlässig findest und abdichtest, liest du Schritt für Schritt im Ratgeber Teichfolie reparieren, abdichten und flicken.
In beiden Fällen musst du dringend handeln und herausfinden, wo das Loch in der Folie ist beziehungsweise an welcher Stelle die Kapillarsperre unterbrochen ist. Dazu füllst du den Gartenteich zunächst bis zum Rand mit Wasser.
Täglich markierst du dann mit Kreide an der Teichfolie den Wasserstand. Sinkt der Pegel nicht mehr deutlich ab, ist das Niveau gefunden, auf dem sich das Loch befinden muss.
Den verdächtigen Bereich reinigst du mit einem Tuch und untersuchst ihn genauer.
Größere Löcher entstehen zum Beispiel durch Wurzeln oder scharfkantige Steine, die sich unter die Folie schieben. Sie lassen sich bereits durch Abtasten leicht finden.
Auch an Falten der Folie entstehen gerne Beschädigungen, die du deshalb ebenfalls gut überprüfen solltest.
Kleinere Löcher lassen sich bei PVC-Folien leicht großflächig mit einem neuen Stück Folie in Eigenregie überkleben und abdichten.
Bei größeren Löchern und anderen Folienarten sollte ein Fachmann das Abdichten übernehmen, da dafür spezielle Kleber und eine Heißluftpistole nötig sind.

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