Wenn eine Teichfolie Löcher bekommt, muss sie repariert oder geflickt werden, damit der Gartenteich kein Wasser verliert. Beim Flicken musst du berücksichtigen, dass es verschiedene Arten von Teichfolien gibt.
Wie du beim Teichfolie-Verkleben Schritt für Schritt vorgehst und welche Methoden und Kleber sich eignen, erklären wir dir im Folgenden übersichtlich.
Teichfolie selber kleben: Geht das?
Wurzeln von Wasserpflanzen, spitze Steine im Boden oder einfach auch nur Unachtsamkeit sind häufige Ursachen dafür, dass eine Teichfolie Löcher bekommt. Die beschädigte Stelle solltest du so rasch wie möglich reparieren, um unnötigen Wasserverlust zu vermeiden.
Beim Teichbau kommen unterschiedliche Folienarten zum Einsatz, die unterschiedliche Eigenschaften wie Flexibilität, UV-Beständigkeit, Umweltverträglichkeit oder Haltbarkeit besitzen. Teichfolien bekommst du aus PVC, PE oder EPDM (Kautschuk). Alle drei Folienarten kannst du selbst kleben, wobei du je nach Material unterschiedlich vorgehst.
- Teichfolien aus PVC lassen sich durch einfaches Aufkleben neuer Folienstücke relativ unkompliziert dicht machen. Durch die Anwendung eines speziellen Klebers entsteht eine dichte Verbindung. Diese Methode nennt man auch Kaltschweißen. PVC-Folien haben den Nachteil, dass das Verkleben von Löchern bereits nach wenigen Jahren schwierig werden kann. Diese Folienart ist durch ihre begrenzte Haltbarkeit von rund 15 bis 20 Jahren meistens schon so undicht oder spröde, dass sich die alte Folie am besten komplett erneuern lässt.
- Teichfolien aus PE (Polyethylen) lassen sich in der Regel nicht kleben, denn die meisten Kunststoffkleber sind für dieses Material nicht geeignet. PE-Folien behandelst du deshalb mit speziellen Dichtungsklebebändern. Diese sind äußerst schmiegsam und dehnfähig, sodass du sie leicht verarbeiten kannst. Um bei einer PE-Folie eine Reparatur ordnungsgemäß auszuführen, kannst du das neue Folienstück auch mit der alten Folie verschweißen, da diese Folienart über mehrere Jahre noch kurzkettige Moleküle enthält. Der Anteil dieser Moleküle nimmt im Laufe weniger Jahre aber immer weiter ab, wodurch das Verschweißen zunehmend schwieriger wird. Lass die Reparatur deshalb am besten von einem Teichbauer ausführen, der die Folie mit Heißluft abdichtet.
- Bei EPDM-Folien gibt es zwei Möglichkeiten zur Reparatur. Eine einfache und problemlose Methode ist das Verwenden von flüssiger Teichfolie. Diese streichst du einfach in zwei bis drei Schichten über die beschädigte Stelle. Aufwendiger ist die Reparatur, wenn du ein Klebeband verwendest, das die neue und alte Folie verbindet. Die Teichfolie muss hierzu zuerst sehr gründlich mit einem Spezialreiniger gesäubert werden, der Flicken wird anschließend mit einem Tapetenroller kräftig angepresst.
Die benötigten Materialien zum Kleben der Teichfolie
Für das Verkleben von Teichfolie brauchst du nur wenige Materialien. Zum Einsatz kommen Spezialreiniger, Flüssigkleber oder Klebeband, Tapetenroller, Pinsel sowie Ersatzfolie.
Materialien für PVC-Folie
- Ausschnitt der PVC-Teichfolie
- Kleine Walze oder Tapetenrolle
- PVC-Teichfolienkleber
- Schleifpapier
- Haftprimer
- Nahtversiegelungsmittel
- Pinsel
- Sandsack
Materialien für PE-Folie
- Ausschnitt der PE-Teichfolie
- Kleine Walze oder Tapetenrolle
- PE-Spezialklebeband
- Sandsack
Materialien für EPDM-Folien
- Teichfolienflicken
- Kleine Walze oder Tapetenrolle
- Grundreiniger
- Haftmittel und Klebeband für Kautschuk-Teichfolie
- Pinsel
- Sandsack
Teichfolie kleben Anleitung: In 10 einfachen Schritten
Beim Verkleben beschädigter Stellen gibt es Unterschiede zwischen den Folienarten. Für die Reparatur von Folien aus PVC, PE und EPDM gehst du unterschiedlich vor.
Bei allen Folienarten solltest du nach der Reparatur mindestens 24 bis 48 Stunden warten, bevor die geflickte Stelle mit Wasser in Berührung kommt. Erst nach dieser Ruhezeit kannst du den Teich wieder befüllen.
Teichfolie aus PVC kleben
PVC-Folien kannst du in 10 einfachen Schritten reparieren und verkleben. Wichtig ist dabei, dass du sauber und exakt arbeitest.
Schritt 1: Folie reinigen
Die Folie reinigst du mit dem Spezialreiniger in einem Bereich von 15 bis 20 Zentimeter um die beschädigte Stelle gründlich. Die Folie muss vor dem Verkleben völlig sauber und trocken sein.
Schritt 2: Flicken vorbereiten
Den passenden Folienflicken schneidest du zurecht.
Schritt 3: Falten entfernen
Die Folie legst du mit der geplanten Reparaturstelle auf einen ebenen Untergrund, wie etwa ein Brett, und ziehst sie glatt, damit die Klebestelle faltenfrei ist.
Schritt 4: Folienstücke aufrauen
Mit feinem Schleifpapier raust du die Folie an und streichst den Haftprimer auf. Je nach Hersteller muss das Haftmittel für eine bestimmte Zeit einwirken.
Schritt 5: PVC-Kleber aufbringen
Nun bestreichst du die Stellen, die miteinander verklebt werden sollen, mit dem PVC-Kleber per Pinsel, wobei keine Stelle frei bleiben darf. Der PVC-Kleber kommt sowohl auf den Flicken als auch auf die kaputte Stelle.
Schritt 6: Folienflicken ausrichten
Den Flicken richtest du so aus, dass er an der richtigen Stelle haftet, bevor du ihn auf die Folie klebst. Die kleine Öffnung in der Teichfolie sollte dabei mittig unter dem Flicken liegen.
Schritt 7: Luftbläschen ausstreichen
Die beiden Folien legst du aneinander und presst sie fest zusammen. Mit der Walze oder dem Tapetenroller streichst du den aufgeklebten Flicken von innen nach außen, um Luftblasen zu entfernen.
Schritt 8: Klebestelle beschweren
Die verklebte Stelle beschwerst du nun mit einem Sandsack, damit sich die verklebten Stellen gut verbinden.
Schritt 9: Naht versiegeln
Mit dem Versiegelungsmittel bestreichst du die Nahtstellen.
Schritt 10: Kleber austrocknen lassen
Der Kleber sollte nun 24 bis 48 Stunden trocknen, bevor du wieder Wasser in den Gartenteich einfüllst.
Reparatur von PE-Teichfolie
Aufgrund ihrer Festigkeit bleiben Kleber an dieser Folienart schlecht haften. Da PE-Folien in privaten Gartenteichen auch sehr selten verwendet werden, ist eine Reparatur in Eigenregie in den meisten Fällen gar nicht notwendig.
Kleinste Beschädigungen kannst du mit einem speziellen PE-Abdichtungsklebeband verschließen. Das Vorgehen ist identisch mit der Reparatur einer PVC-Teichfolie, nur dass du statt des Spezialklebers ein Spezialklebeband verwendest.
Größere Beschädigungen musst du mit Heißluft reparieren, am besten überlässt du das einem Fachmann. Wie das professionelle Verschweißen mit Heißluftföhn und Schweißgerät im Detail abläuft, zeigt der Ratgeber Teichfolie schweißen.
Verkleben von EPDM-Teichfolie
Die Reparatur einer EPDM-Folie ist aufwendiger, da zwischen Flicken und Folie noch ein Klebeband kommt. Im Prinzip lässt sich die Klebeanleitung von PVC-Folien auf die Variante aus synthetischem Kautschuk übertragen.
Wichtig ist jedoch, dass du einen geeigneten Grundreiniger und Haftkleber für EPDM-Folien benutzt.
Teichfolie unter Wasser kleben: Das ist zu beachten
Beschädigungen unter Wasser lassen sich nur bedingt und in seltenen Fällen durch Verkleben reparieren. Hierbei gibt es einiges zu beachten. Wendest du den Kleber in einem Fisch- oder Schwimmteich unter Wasser an, muss er grundsätzlich verträglich für Pflanzen und Teichbewohner sein.
Für PVC-Folien gibt es spezielle Kleber für eine Reparatur unter Wasser. PE-Folie ist schlechter zu kleben, die Klebekraft der meisten Kleber ist bei diesen Folien deutlich schwächer. Von einer Unterwasser-Reparatur der beschädigten Stelle solltest du deshalb lieber absehen. In diesem Fall ist die Trockenlegung des Teichs zur Reparatur die bessere Variante, eine ausführliche Anleitung dazu findest du im Ratgeber Teichfolie reparieren, abdichten und flicken.
Auch bei EPDM-Folien ist vor dem Reparieren grundsätzlich eine Trockenlegung zu empfehlen.
FAQ: Häufige Fragen zum Teichfolie kleben beantwortet
Eine dichte Teichbepflanzung verstärkt diesen Effekt aufgrund der hohen Transpiration. Auch starker Wind kann Wasser aus dem Teich wehen. Eine nicht richtig funktionierende Kapillarsperre kann dem Teich ebenso Wasser entziehen.
Auch defekte Schläuche oder undichte Stellen der Teichfilteranlage können zum Wasserverlust führen, ohne dass die Teichfolie ein Loch hat.
Sinkt der Wasserstand langsamer oder stoppt das Absinken, hast du die beschädigte Stelle gefunden. Sie liegt im Bereich zwischen Wasserspiegel und der letzten Markierung.
Nachdem du die Folie mit einem weichen Lappen gereinigt hast, tastest du sie vorsichtig ab. Dabei solltest du die Beschädigung spüren können.
Zusätzlich prüfst du auch alle Nahtverbindungen im entsprechenden Bereich auf ihre Dichtheit.
Folien halten je nach Material zwischen 15 und bis zu 50 Jahren und müssen dann auf jeden Fall neu verlegt werden. Durch intensive Sonneneinstrahlung kann die Folie aber an Stellen, die nicht im Wasser oder nahe der Oberfläche liegen, früher porös werden. Eine Übersicht aktueller Modelle findest du im Teichfolie-Test.
PVC- und PE-Folien solltest du auf jeden Fall erneuern, wenn sie älter als 15 Jahre sind. Für EPDM-Folien mit einer Lebensdauer von bis zu 50 Jahren gibt es oft auch eine Garantieleistung von 20 Jahren durch den Hersteller.

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