Es ist für jeden Teichbesitzer wichtig, regelmäßig die Wasserqualität des Teichs zu überprüfen, wobei dem pH-Wert besondere Aufmerksamkeit gilt.
Mit verschiedenen einfachen Maßnahmen kannst du ihn senken oder erhöhen, um den optimalen Wert für Pflanzen, Fische und andere Teichbewohner zu erreichen.
Was ist der pH-Wert und warum ist dieser wichtig?
Der pH-Wert ist einer der wichtigsten Wasserwerte und zeigt die Konzentration der Wasserstoff-Ionen beziehungsweise das Gewicht des Wasserstoffs (pondus Hydrogenii, pH) an. Der pH-Wert wird auf einer Skala von 1 bis 14 gemessen, wobei ein pH-Wert von 7 neutral ist.
Je niedriger der pH-Wert, desto saurer ist das Wasser, man spricht dann von weichem Wasser. Je höher der pH-Wert, desto basischer ist das Wasser, dann spricht man von hartem Wasser.
Der pH-Wert ist deshalb wichtig, weil er auch die anderen Wasserwerte im Teich mitbeeinflusst. Ist der pH-Wert nicht korrekt, können die anderen Werte unterschiedlich stark schädlich wirken. Deshalb ist ein konstanter pH-Wert im Teich immer das Ziel.
Die Wasserhärte hat großen Einfluss auf einen konstanten und stabilen pH-Wert. Ist die Karbonathärte (KH-Wert) im Teichwasser zu niedrig, gerät der pH-Wert ins Schwanken.
Achte deshalb immer auf einen ausreichenden KH-Gehalt im Wasser, denn nur so bleibt der pH-Wert auch an heißen Sommertagen stabil. Die richtigen Wasserwerte sind mitverantwortlich für viele biologische Prozesse im Gartenteich.
Der optimale pH-Wert im Teich
Im Unterschied zum Pool, wo mit pH 7,0 bis 7,4 ein enges Band gilt und mit Chlor desinfiziert wird, ist ein Teich ein biologisches System ohne Chlorzusatz. Der ideale pH-Wert im Teich liegt zwischen 6,8 und 8,2. Innerhalb dieser Spanne sind kleinere Schwankungen unproblematisch und keine Bedrohung für das Leben im Teich, besonders günstig für die Selbstreinigungskraft des Teichs ist ein Bereich um 7 bis 7,5.
Steigt der Wert deutlich über 8,2, etwa auf 8,5, kommt es meist zu einem Überangebot an Nährstoffen im Teich. Das biologische Gleichgewicht gerät dadurch aus dem Takt, häufige Folge ist verstärktes Algenwachstum bis hin zur Algenblüte. Wie du bereits bestehende Algen wieder loswirst, liest du im Ratgeber Algen im Teich bekämpfen.
Den pH-Wert im Teich messen (Anleitung)
Für Fische und Wasserpflanzen ist ein pH-Wert zwischen 7 und 8 ideal. Diesen Wert kannst du leicht konstant halten, da hier die Selbstreinigungskraft des Gartenteichs am größten ist. Dennoch braucht das Wasser eine regelmäßige Kontrolle.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Teichwasser zu testen. Die Spanne reicht dabei von einfachen Stäbchentests und Tropfentests über praktische Wasseranalyse-Koffer bis hin zu aufwendigem technischem Equipment zur Untersuchung der Wasserwerte. Je nach Testart werden dir unterschiedlich viele Parameter angezeigt. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit allen Testarten findest du im Ratgeber Teichwasser testen.
Testmöglichkeiten
- Stäbchentest
- Tropfentest
- Test-Sets
- elektronische Messung
- digitale Messung
- externer Anbieter
Möglichkeit 1: Stäbchentest
Das Stäbchen tauchst du nur für eine Sekunde in das Teichwasser. Nach rund einer Minute vergleichst du die Farbfelder des sogenannten Quicksticks mit den Farbfeldern der beiliegenden Testkarte. Mit den Stäbchen kannst du den pH-Wert, die Gesamthärte, die Karbonathärte, Nitrit, Nitrat und Chlor messen.
Möglichkeit 2: Tropfentest
Der Tröpfchentest bestimmt sehr genau pH-Wert, Gesamthärte und Karbonathärte des Wassers. Er funktioniert ähnlich wie der Stäbchentest, indem du die Farbe der Probe mit der des Testfelds vergleichst, und eignet sich aufgrund der geringen Kosten perfekt, wenn du öfter messen möchtest.
Möglichkeit 3: Test-Sets
Die Wassertest-Sets, die du im praktischen Koffer kaufen kannst, enthalten alle Tests, die du fürs Teichwasser brauchst. Diese Sets ermöglichen eine schnelle, einfache und präzise Analyse.
Das beiliegende Diagnoseprotokoll, in das du die Wasserwerte einträgst, gibt entsprechende Empfehlungen zur Behandlung des Teichwassers. Beim Phosphattest ist eine Haltbarkeits-Kontroll-Lösung inbegriffen.
Möglichkeit 4: elektronische Messung
Ein elektronisches Handmessgerät ermöglicht die gleichzeitige Messung von Temperatur und pH-Wert und steckt in einem wasserdichten, robusten Gehäuse.
Möglichkeit 5. digitale Messung
In Verbindung mit einem Smartphone wird das Wassertesten ganz einfach. Neben der ausführlichen Analyse mehrerer Parameter erhältst du eine rasche Diagnose mit genauen Ergebnissen. Diese werden als Zahlenwerte und mit nach dem Ampelsystem gekennzeichneten Optimierungstipps für den Teich ergänzt.
Zur Messung tauchst du den Teststreifen ins Wasser und legst ihn anschließend auf die Farbkarte. Nach dem Scannen der Farbkarte werden die Werte ermittelt.
Da die Messung unabhängig von Kamera und Umgebung ist, führen unterschiedliche Smartphones nicht zu unterschiedlichen Messwerten.
Möglichkeit 6: externer Anbieter
In Teich- und Tierbedarfshandlungen oder Gartencentern kannst du dein Teichwasser untersuchen lassen. Es gibt sogar Dienstleister, die vor Ort eine Wasseranalyse mit einem elektronischen Gerät anbieten.
Am besten misst du einmal morgens bei Sonnenaufgang und einmal abends nach Sonnenuntergang. Manche Anbieter empfehlen eine zusätzliche dritte Messung am Mittag, weil der pH-Wert durch die Fotosynthese der Pflanzen im Tagesverlauf schwankt.
Die Werte trägst du in Wassertestformulare ein. Liegen diese außerhalb der empfohlenen Werte, kann das an der Wasserstabilität beziehungsweise der Karbonathärte liegen.
Nimmst du die Messung mit einem elektronischen Gerät vor, solltest du am Anfang zusätzlich mit Teststreifen messen, um Anzeigefehler des digitalen Messgeräts auszuschließen.
pH-Wert im Teich zu niedrig: Den pH-Wert im Teich anheben
Gerade nach intensiven Regenfällen kann der pH-Wert im Teich zu niedrig werden, da das weiche Regenwasser den Härtegrad des Teichs senkt.
Die Folge ist ein zu niedriger Wert der Gesamthärte (GH), wodurch die Pufferkapazität abnimmt.
Die einfachste Methode, um den pH-Wert zu erhöhen, ist das Zuführen von Leitungswasser.
Laut Trinkwasserverordnung darf der pH-Wert im Leitungswasser die Werte zwischen 6,5 und 9,5 nicht unterschreiten beziehungsweise überschreiten. Im Durchschnitt liegt der Wert im Trinkwasser bei circa 7,5, variiert aber von Region zu Region, weshalb du vor dem Nachfüllen den pH-Wert des Leitungswassers prüfen solltest.
Es ist allerdings ratsam, zunächst die Karbonathärte (KH-Wert) beziehungsweise Wasserhärte des Wassers richtig einzustellen.
Ein KH-Wert von 8 bis 10 Grad dH (deutsche Härte) wäre ideal. Mit Teichpflegeprodukten aus dem Fachhandel kannst du die richtige Härte recht einfach einstellen.
pH-Wert im Teich natürlich erhöhen mit Hausmitteln
Kalk erhöht und stabilisiert den pH-Wert im Wasser. Im Gartenteich verwendest du am besten Branntkalk, der vor allem gegen freischwebende Mikroalgen hilft. Die winzigen Algen lagern sich an den Kalkteilen an, sinken auf den Teichgrund, wo sie aufgrund mangelnder Belichtung absterben.
Ist das Teichwasser sehr nährstoffreich, musst du die Kalkung im Sommer eventuell mehrmals wiederholen. Pro 1.000 Quadratmeter Wasserfläche kommen an heißen Sommertagen maximal 10 bis 15 Kilogramm gemahlener Branntkalk in den Teich.
Auch Kalksteine heben neben der Wasserhärte den pH-Wert im Wasser an. Die Kalksteine lässt du einfach so lange im Teich, bis die Werte wieder im idealen Bereich liegen.
pH-Wert im Teich zu hoch: Den pH-Wert im Teich senken
Sobald der pH-Wert im Teich zu hoch ist, solltest du umgehend handeln, damit es zu keinem Algenwachstum kommt.
Im Handel gibt es hierzu verschiedene Teichpflegemittel in flüssiger Form oder als Pulver.
Die Anwendung dieser Produkte ist sehr einfach, du streust sie entweder direkt ins Teichwasser oder gießt sie hinein.
Viele dieser Pflegemittel haben den Vorteil, dass sie sehr schnell wirken und kritische Werte rasch stabilisiert werden.
Außerdem kannst du mit ihnen auch die vom pH-Wert abhängigen Wasserwerte wie Karbonathärte und Gesamthärte einfach korrigieren.
pH-Wert im Teich natürlich senken mit Hausmitteln
Um den pH-Wert zu senken, musst du vor allem Algen und Bakterien bekämpfen, die den pH-Wert im Wasser erhöhen. Das erreichst du mit verschiedenen Hausmitteln, weitere davon findest du im Ratgeber Hausmittel gegen Algen im Teich.
Eichenholz
Mit Eichenholz lässt sich tatsächlich das Ausbreiten von Algen und Bakterien im Teichwasser unterbinden, und das sogar über einen längeren Zeitraum.
Am besten geeignet ist das Holz von ehemaligen Wein- oder Whiskyfässern. Diese Barriquefässer werden nach einigen Jahren aussortiert, da sie für die Herstellung von Wein oder Whisky nicht mehr genügend Gerbstoffe abgeben.
Zur Bekämpfung von Algen im Gartenteich reicht die Menge an Lignin, Tannin und anderen Gerbstoffen aber noch einige Jahre aus, um das Wachstum von Algen und Bakterien zu bremsen. Damit lässt sich sogar eine Algenblüte verhindern.
Die im Wasser gelösten Gerbstoffe senken den pH-Wert im Wasser langsam und dauerhaft in einen leicht sauren Bereich, der weder Teichpflanzen noch den Fischen im Teich schadet.
Das Holz legst du einfach aufs Wasser, wobei du auch einen normalen Eichenast verwenden kannst. Diesen solltest du aber entfernen, bevor er verrottet.
Torf
Auch Torf enthält Gerbstoffe wie Lignin und Tannin und eignet sich wie Eichenholz deshalb gut gegen die Vermehrung von Algen. Verwende nur ungedüngten Torf, wie er unter anderem im Fachhandel für Teiche oder Aquarien angeboten wird.
Die Torffasern hängst du zum Beispiel in einem kleinen Jutesack direkt ins Wasser. Du kannst sie aber auch in eine der Kammern eines Mehrkammer-Teichfilters geben. Das Teichwasser nimmt dadurch zwar einen leicht bräunlichen Farbton an, bleibt aber völlig klar. Mehr zu passenden Filtern liest du im Teichfilter-Test.
Der große Vorteil von Torf ist, dass der Effekt lange anhält und selbst im Jahr darauf noch wirksam ist.
pH-Wert im Teich stabilisieren und stabil halten
Sauberes und klares Wasser ist ein Zeichen für optimale Wasserwerte und einen gesunden Teich.
Der pH-Wert kann aber vor allem im Sommer rasch ansteigen, wenn die Wasserpflanzen stark wachsen oder sich aufgrund einer höheren Wassertemperatur vermehrt lästige Algen bilden.
Algen und Wasserpflanzen entziehen dem Wasser große Mengen Kohlendioxid, wodurch es zu einem deutlichen Anstieg des pH-Werts kommt.
Aber auch durch abgestorbene Pflanzenteile, Futterreste oder durch die Ausscheidungen der Fische im Teich kann das ökologische Gleichgewicht aus den Fugen geraten, wodurch sich die Wasserwerte verschlechtern.
Den pH-Wert im Teich stabilisierst du, indem du den Teich zweimal im Jahr gründlich reinigst, stark wuchernde Pflanzen regelmäßig zurückschneidest und darauf achtest, dass abgestorbene Pflanzenreste nicht auf den Teichboden sinken, wo sie zu Faulschlamm zersetzt werden.
Hast du Fische im Teich, gib ihnen nur so viel Futter, wie sie auch fressen, und verwende hochwertiges Fischfutter.
Liegt der Teich an einem sonnigen Standort, solltest du ihn beschatten, zum Beispiel mit einem Sonnensegel oder Sonnenschirm.
Hast du noch keine Filteranlage eingebaut, solltest du das auf jeden Fall nachholen, denn die Anlage filtert Nährstoffe aus dem Wasser heraus.

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